Herr Kaiser und das Lösegeld
Ob gescheiterte Ratio oder German Angst – der Deutsche gilt als hoffnungslos überversichert. Sage und schreibe 54 Milliarden Euro hat seine Spezies 2007 für Versicherungen aller Art auf den Tisch gelegt. Ob Feuer unterm Dach oder Wasser im Keller, ob Handyklau oder solch höchst unsichere Ereignisse wie der Kauf einer neuen Brille – die Assekuranz-Asse kennen kein Halten beim Design neuer käuflicher Sicherheit. Die Nachfrager machen ihrem Namen alle Ehre und treten die Unwägbarkeiten des Lebens tapfer an die Finanzindustrie ab, gepriesen sei das Gesetz der großen Zahl.
Doch halt – stecken wir nicht in der größten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik? Tragen wir nicht mühsam Erarbeitetes und Erspartes zum Edelmetallhändler, um Geld in Gold zu tauschen? Der drohenden Inflation nach all den Staatsmilliarden zur Rettung des Finanzkreislaufs will doch ein Schnippchen geschlagen werden! Was bleibt da den Versicherungen fürs Neugeschäft übrig? Gerät in Zeiten der Unsicherheit das Geschäft mit der Sicherheit in unruhiges Fahrwasser? Mitnichten! Ein erstes kleines, bescheidenes Konjunkturprogramm für Herrn Kaiser & Co. ist bereits abgesegnet, ohne dass wir es bemerkt hätten.
