Applaudierende Schirme
Staunend verfolgten Kursmonauten, wie Wendelin Wiedeking zu ungezählten Regenschirmen sprach. Etwas Neid war auch dabei, denn wer bekommt schon eine solche Gelegenheit geboten?
Wir jedenfalls nicht. Doch ich schweife ab. Eindrucksvoll war nicht nur der Appell an die vielen des Sprechens unkundigen Schirme, die sich offensichtlich durch Farben und Muster verständlich machten. Nein, eindrucksvoll war auch die Einheit zwischen dem Millionenmann und den Schirmen. Das erinnerte an Karl Eick, der krawattenlos ein herumliegendes Megaphon ergriff, die Ärmel seines weißen Hemdes hochkrempelte, eine Leiter bestieg und einer verzweifelten Belegschaft Mut zusprach. Das erinnerte an Maria Elisabeth Schaeffler, die sich ihrer Tränen nicht schämte.
Verblüffend, es war kein Zorn. Nirgends.
Auch in Zuffenhausen nicht. Dabei versuchte sich doch ein kerngesundes Unternehmen als Heuschrecke, verschuldete sich milliardenfach und scheiterte grandios.
Statt dessen Applaus. Ich verstehe das nicht.
